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Von Lupus,

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Herbsttagung des Bezirks 18im Glasmuseum Immenhausen


Zu einer informativenHerbsttagung im Glasmuseum Immenhausen konnte Michael Wolf,VDA-Bezirksvorsitzender in Hessen, Mitglieder und weitere Interessiertebegrüßen und dankte zunächst den Immenhausener Helfern für die geleisteteVorarbeit.

Anschließend führte ErhardSiebert, Vorsitzender des Fördervereins, durch die Ausstellung des Glasmuseums.Schon vor 2.500 Jahren stellten die alten Ägypter aus Sand, Pottasche und Hitzeerste Gefäße durch Gießen her. Erst die Römer entwickelten das System derGlasverarbeitung mit einer Glaspfeife. Venezianische Glasbläser derRenaissencezeit schließlich verfeinerten den Prozess durch die Verwendung vonMetallen und anderer Elemente, so dass die Lagunenstadt zum Ausgangs- undMittelpunkt imposanter Glaskunst wurde, die ihre Verbreitung dann in ganzEuropa fand. Wir Aqua- und Terrarianer profitieren speziell von einer nochjungen Weiterentwicklung aus den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts: demFloatglas, durch das wir unsere Unterwasserwelten so gut beobachten können.
All diese spannendenFortschritte im geschichtlichen Kontext zu betrachten, ermöglicht ein Gangdurch das Immenhausener Glasmuseum. Interessant ist auch die dargestellte Geschichteder Immenhäuser Glasfabrik . Wechselhaft war sie und durch Krisen gebeutelt.Gegründet zwei Jahre vor Ende des 19ten Jahrhunderts vom Freiherrn vonButtlar-Lamprecht musste die 270 Arbeiter zählende Hütte nur 30 Jahre späterschon wieder Konkurs anmelden. Die Weltwirtschaftskrise schlug zu. Unter derHerrschaft der Nationalsozialisten sollte der Betrieb wieder in Gang kommen –jedoch die Hoffnung war vergeblich, nach einem halben Jahr erneut das Aus. Die Rettungkam nach dem zweiten Weltkrieg in Gestalt von Richard Süßmuth. Ein Glasfabrikant,der sich zusammen mit Fachleuten aus seiner Glashütte in Schlesien in denWesten retten konnte und einen in internationalen Kennerkreisen guten Ruf beider Bearbeitung von Kunstglas in seine neue Heimat mitbrachte.

Nach vielen Aufs und Abssteht die Glashütte nun in Konkurrenz zur maschinellen Fertigung. Massenware,deren Unterschied zur individuellen Fertigung der Laie kaum zu erkennenimstande ist. Dennoch setzt man in der Süßmuth-Hütte auf das Handwerk oder eher„Mundwerk“ und Produktionsschritte, zu denen ein Automat niemals fähig seinwird.

Viel Information undspannende Geschichten ließen die Köpfe rauchen und erforderten Regeneration inForm einer Einladung zu Kaffee und Kuchen durch unsere ImmenhausenerVereinsfreunde, von denen einige in der Hütte ausgebildet worden waren oderdort gearbeitet hatten.

Nach der Pause ging es in denRäumen der Glashütte weiter, wo Wolf in seiner Begrüßung zum zweiten Teil derVeranstaltung besonders auf die Pläne einer eventuellen „Jamaika-Koalition“hinwies, Tierhalter von Exoten unter besondere Beobachtung zu stellen odersogar mit Verboten zu belegen. Dies mache die Arbeit des VDA in den kommenden Jahren besonderswichtig und „ohne politische Vertretung in Berlin und Wiesbaden wird unserHobby in den nächsten Jahren massiv eingeschränkt“ befürchtete Wolf. Nur wenn man sich geschlossen und organisiertzeige, so der Vorsitzende des Bezirks 18 weiter, könne „unser Hobby weitergedeihen“. Mit Blick auf Ideen wie „Positivlisten für Fische“ und das generelleVerbot der Schlangenhaltung, das einige Tierschutzorganisationen fordern undsich die Grünen zum Ziel gesetzt hätten, kann Wolf sich sogar vorstellen,Demonstrationen in Wiesbaden oder Berlin durchzuführen, denn „sonst ist unserHobby am Ende!“ Für besonders wichtig erklärte der Gastgeber die Informationder Mandatsträger. „Detaillierte Gespräche mit Landespolitikern aus Wiesbaden ergaben, dass sie zum Teil gar keine odernur geringe Kenntnisse über die Aqua- oder Terraristik“ hätten, konstatierteWolf. „Aber das können und müssen wir ändern.“

Bevor der Referent desNachmittages, Dr. Andreas Spreinat, seinen als sehr gelungen empfundenenVortrag zum Thema „Malawisee-Cichliden im See und im Aquarium“ hielt, wurdenEhrungen vorgenommen. Eine silberne Nadel erhielt Bernd Lachmann, Vorsitzenderdes Immenhausener Vereins, und mit einer goldenen Nadel wurde Rainer Faltin,Vorsitzender im Verein „NYMPHAEA Kassel“, geehrt. Insbesondere dankte Wolf auchden Partnern und Familien der beiden Ausgezeichneten für deren Unterstützung.Außer der sichtbaren gab es auch eine verzehrbare Anerkennung in Form dertypisch hessischen Spezialität „Ahle Worscht“.

Im Anschluss bedankte sichder Bezirksvorstand beim Ausrichter: Bernd Lachmann und Frau, dem Ehepaar Rabe,Silvia und Karl-Heinz Enzeroth, Ilse Beck, Ria Krenz und allen anderen Helferndes Vereins „Zierfischfreunde Immenhausen-Holzhausen“, denn „es ist nicht mehrimmer selbstverständlich, dass Helfer so zur Verfügung stehen. Eine gelungeneVeranstaltung für den VDA“ lobte Wolf.