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Von Lupus,

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Unter der Schirmherrschaft der Frankfurter Stadträtin und Bildungsdezernentin Sylvia Weber hatten der VDA Hessen und der Frankfurter Aquarienverein IRIS zu einer Diskussion über die Zukunft der Aquaristik und Terraristik eingeladen. Weber wies einleitend darauf hin, dass der Koalitionsvertrag auf Bundesebene keine Beschränkungen der Tierhaltung befürchten lasse. Die Tierhalterverbände dürften aber nicht aufhören, sich auch in der Politik zu engagieren und einzumischen, um immer wieder deutlich zu machen, dass gute Tierhaltung Tierschutz sei. Auch dass schon viele durch die Zerstörung ihrer Lebensräume gefährdete Tierarten durch Arterhaltungsprojekte in ihrem Bestand gesichert seien, müsse immer wieder betont werden und dürfe nicht in Vergessenheit geraten.

Für den VDA Hessen warnte dessen stellvertretender Vorsitzender, Udo Gensicke, vor den medialen Aktivitäten selbsternannter Tierschützer. Geschickt platzierte „Stimmungsbilder“ von unsachgemäßer Tierhaltung würden gern direkt auf den Heimtierbereich übertragen und solche Vorkommnisse würden dann medial ausgeschlachtet. Gensicke wies besonders darauf hin, dass der Koalitionsvertrag durchaus die Möglichkeit von Verbotsregeln im Bereich des Tierschutzes als möglich ansehe. Er kritisierte EU-weite Haltungsverbote für potentiell invasive Arten; schließlich seien viele Arten, die sich in Europas Süden gut vermehren würden, in nördliche Gefilden nicht überlegensfähig.

Der Präsident der EATA (European Aquarium and Terrarium Association, eataaquaterra.eu), Dr. Peter Sound, sprach über „Tierhaltung – Auftrag oder Shitstorm?“. Sound wünschte sich eine (wieder) unpolitische Tierhaltung, bei der es einfach um die Sache, um den Tierschutz, den Artenschutz, die Liebe zur Natur geht. Er forderte mehr positive Bilder im Zusammenhang mit der Tierhaltung und kritisierte die Meinungsführerschaft solcher Organisationen, die die Tierhaltung pauschal verteufeln. Immer wieder, so Sound, brächten bestimmte Vereinigungen es fertig, ohne Rücksicht auf Fakten und auf rein emotionalem Fundament falsche Bilder von der Tierhaltung im allgemeinen zu zeichnen. Die Tierhaltung werde aus der Tierschutzszene, aus der Politik und aus den Medien oft gleichermaßen unter Beschuss genommen. Hier müsse man sich durch das Vermitteln – richtiger – positiver Bilder ebenso gut nach außen darstellen, wie es den Landwirten und den Jägern auch gelinge.

Um eine gute und verantwortungsvolle, dem Schutz gefährdeter Arten dienende Tierhaltung zu fördern, sei ein verstärkter Dialog mit Medien und Politik unabdingbar. Nach mehr als 200 Jahren der Tierhaltung im deutschsprachigen Raum sei Deutschland weiterhin Trendsetter bei Haltungsstandards.

Ulrich Caspar (MdL / CDU), machte den Verbänden Mut, direkt mit ihren Abgeordneten Kontakt aufzunehmen und die Interessen der Tierhalter so auf direktem Wege in die Politik zu bringen. Auch der tierschutzpoplitische Sprecher der CDU im hessischen Landtag, Klaus Dietz, und Nina Klinkel (MdL / SPD) aus Mainz nahmen an der Veranstalung teil, ebenso für die DGHT deren Vizepräsident Alexander Meurer. Der Präsident des Dachverbandes der Tierhalter (dv-th.de), Dieter Untergasser, appellierte abschließend an die Politik, sich nicht von Sensationsmeldungen negativ zu Themen der Tierhaltung beeinflussen zu lassen.

Dem VDA Hessen und dem Frankfurter Aqurienverein IRIS ist für eine Veranstaltung zu danken, in der deutlich aufgezeigt wurde, wie die Interessen der Tierhaltung in die Politik hineingetragen und dort erfolgreich vermittelt werden können.